Sonntag, 12. Februar 2012

Verkaufszahlen

Deutschland will Leitmarkt für die Elektromobilität werden. Ziel ist es, eine Million Fahrzeuge bis 2020 auf deutschen Straßen zu haben. Bei diesem angestrebten Volumen sollte eigentlich für jeden Anbieter ein Stück vom Kuchen übrig bleiben.

Doch welche Anbieter haben bisher die Elektromobilität vorangetrieben? Welche Anbieter sind seit Jahren mit Ehrgeiz dabei, Fahrzeuge anzubieten, die nur dem einen Zweck dienen, mit wenig Ressourcenverbrauch von A nach B zu kommen?

Nein, es sind nicht die etablierten Autobauer, sondern kleine Firmen, die mit viel Einsatz und Enthusiasmus die Elektromobilität seit vielen Jahren vorantreiben.

Die Smiles-AG, die den CityEL baut, ist eine davon. Im Geschäftsbericht von III/2011 ist auf Seite 5 eine ernüchternde Tabelle zu sehen.



In dieser Tabelle sind die Verkäufe der Fahrzeuge über die letzten Jahre zu sehen. Im Jahre 2008 stiegen die Verkaufszahlen des CityEL stark an. Damals stiegen die Spritkosten ebenfalls stark an, was vermutlich die Ursache dafür war. Bis 2010 verlief im Großen und Ganzen der Verkauf gut. Im Jahre 2010 brachen zwar die Absatzzahlen für den CityEl ein, diese wurden aber von den beiden neuen Fahrzeugen Reva und Tazzari aufgefangen.
Doch 2011 gingen die Verkaufszahlen drastisch zurück. Was war passiert?

Wie sieht es beim SAM aus?
Im ersten Jahr (11/2009-11/2010) wurden ca. 90 Fahrzeuge an den Mann gebracht. Diese Zahl ist vergleichbar mit dem Tazzari der Smiles-AG. Doch auch hier brach der Verkauf im Folgejahr drastisch ein. Bis  11/2011 wurden nur ca. 40 weitere SAM EVII verkauft. Unter anderem auch mein SAM 106.
Speziell in der 2. Jahreshälfte gingen die Verkäufe zurück.

Auch hier ist die Frage, was ist passiert? Die Gründe dürften auf beiden Seiten dieselben sein. Kann es daran liegen, daß zur IAA 2011 die etablierten Autobauer großmundig ihre Elektrofahrzeuge für das Jahr 2012 angekündigt haben?
Dabei sind etliche Ankündigungen schon wieder auf Jahresende verschoben worden, bei denen man davon ausgehen kann, daß es eher 2013 wird.

Wenn eine Firma ein neues Produkt auf den Markt bringt, gibt es zwei Strategien der Umsetzung.
  1. Sofern das Neue etwas Bestehendes ablöst, gilt Geheimhaltung bis kurz vor Marktstart, damit die Verkäufe beim Bestehenden nicht einbrechen.
  2. Ist das Neue keine Konkurrenz zu Bestehendem, aber eine Konkurrenz zu bereits Erhältlichem der Mitbewerber, kann eine Produktankündigung nicht früh genug erfolgen.

Ebenfalls ist die Unsicherheit vorhanden, ob eventuell in absehbarer Zeit eine Kaufförderung der Regierung eingeführt wird. Auch das trägt dazu bei, das man Kaufabsichten aufschiebt.

Laut einem Zeitungsartikel würden dem SAM 1000 Fahrzeuge pro Jahr reichen um in die Gewinnzone zu kommen.
"Die ersten 100 beim polnischen Partner Impact produzierten Sam würden bis Ende Jahr verkauft sein. 2011 sei der Absatz von 500 Sam geplant, vorab in der Schweiz und in Deutschland. «Um schwarze Zahlen schreiben zu können, müssen wir pro Jahr 1000 Fahrzeuge verkaufen. Das werden wir 2012 schaffen.»"
Leider wurde nur das Ziel für 2010 erreicht. Dabei wären 1000 Fahrzeuge pro Jahr eigentlich nicht viel, wenn man die Verkaufszahlen der großen Autobauer betrachtet.

Kommentare:

  1. Hallo Andreas,
    die Smiles AG ist insolvent:
    http://www.autohaus.de/smiles-fluechtet-in-die-insolvenz-1100654.html

    Hätte ich nicht gedacht, was ist nur los auf dem E-Markt?

    Gruß
    Holger

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  2. Die Smiles AG wurde insolvent, weil der Gründer, Herr Nestmeier, seine Anteile ausgezahlt haben wollte.
    Allerdings besteht laut Insolvenzverwalter keine Hoffnung, die Smiles AG neu aufzustellen:
    - Das city-EL ist gegen den Renault Twizy chancenlos.
    - Der Reva leidet unter seinem veralteten Design.
    - Beim Reva NXR wird der Erscheinungstermin seit längerer Zeit immer wieder verschoben.
    - Beim Tazzari Zero gab es zuviele technische Mängel.
    - Die Mia benötigt mindestens 700.000,-- EUR an Marketingmaßnahmen, die nicht vorhanden sind.

    Das wars dann wohl. Mal sehen, wie es bei den anderen, TWIKE und SAM Group, weitergeht. Ich fürchte, dass mit dem Markteintritt (bzw. baldigem Markteintritt) der großen Hersteller die Pioniere der Elektromobilität verschwinden werden.
    Sorgenvolle Grüße, Roland

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  3. Hallo Holger,
    danke für deinen Link. Ich habe die Nachricht aus dem elweb (http://www.elweb.de) erfahren.

    Roland, du bringst es auf den Punkt. Es gab wie es aus sieht zu viele Probleme. Als ich mich nach einem eFahrzeug im Herbst 2010 umgeschaut hatte, war auch der Tazzari Zero in der engeren Wahl. Der Smiles-Händler bei mir um die Ecke war aber nicht sehr bemüht. Eine Probefahrt blieb aus. (http://sam-evii.blogspot.com/2010/11/die-mitbewerber.html)

    Wenn das das übliche Engagement der Händler repräsentierte, wundert mich nichts mehr.

    Gruß
    Andreas

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