Sonntag, 3. April 2011

Ladeverhalten

Eigentlich muß man beim SAM nichts weiteres tun als den Stecker in eine Steckdose zu stecken. Zunächst zieht die Elektronik ca. 7W bis ein Systemcheck entschieden hat, daß die angebotene Mahlzeit genießbar ist ;-)

Nach ca. 10 Sekunden wird dann die Umwältspumpe von der Akkutemperierung eingeschaltet. Ist der Akku warm genug (laut Datenblatt muß der Akku >= 0°C haben), beginnt der Ladevorgang. Dieser setzt aber gemächlich ein. Von 100 W bis zur max. Ladeleistung von 2000 W vergehen knapp drei Minuten. Die ersten 6 kW werden somit in drei Stunden geladen. Danach sinkt die Ladeleistung kontinuierlich bis auf Null.

Leider nur die Ladeleistung! Die Umwältspumpe läuft weiter. Ebenfalls wird der Akku weiterhin temperiert. So ist nach dem Ladevorgang ein Standby von 50 - 100 W (ständig schwankend) zu messen. Das verschlechtert natürlich den Ladewirkungsgrad je länger man den SAM an der Leine läßt.

Man hat nun zwei Möglichkeiten. Entweder zieht man den Stecker nach spätestens fünf Stunden, oder man beginnt den Ladevorgang erst fünf Stunden vor Fahrantritt. Letzteres hat den Vorteil, daß die Akkus vor Fahrantritt schon temperiert sind.

Es liegt nahe, diesen Vorgang mit einer Zeitschaltuhr zu automatisieren. Doch erste Versuche scheiterten an der Tatsache, daß handelsübliche Zeitschaltuhren nur einpolig abschalten. Auch wenn nur der Nullleiter mit dem SAM verbunden wird, hört man ein zyklisches Klacken. Als ob er die Verbindung erkannt hat und versucht den Ladevorgang zu starten.
Nach ein paar Versuchen gibt er auf. Wenn dann die Zeitschaltuhr einschaltet, gibt es keinen neuen Interrupt. Er ist wohl noch in der alten ISR gefangen :-). Deshalb beginnt der Ladevorgang nicht!

Abhilfe schafft eine Zeitschaltuhr mit zweipoliger Abschaltung. Doch diese gibt es nicht an jeder Ecke. Auch das Elektrofachgeschäft hatte nichts anzubieten. Somit mußte der Blaue Claus herhalten. Dort findet man zwei Modelle die SAM-Kompatibel sind.

Kommentare:

  1. Hallo Andreas,
    habe auch schon bemerkt das eine "einfache" Zeitschaltuhr (einphasige Abschaltung) nicht optimal ist. Es kann aber durchaus eine einfache Zeitschaltuhr verwendet werden (ich verwende eine). Es muss dann nur beachtet werden, dass die Phase von der Zeitschaltuhr geschaltet wird. Ich habe das mit einem Phasenprüfer gemacht.
    (gegen "Erde", wenn kein FI installiert)
    Zeitschaltuhr einschalten -> Phase nachmessen Zeitschaltuhr ausschalten -> Phase nachmessen
    Wenn nach dem ausschalten noch die Phase gemessen wird einfach den Stecker (Eingang Zeitschaltuhr) umdrehen. Dann liegt die Phase an dem geschalteten Kontakt an....
    Wem das alles zu kompliziert ist bleibt nur eine zweipolige Zeitschaltuhr :-)

    Meine einpolige Zeitschaltuhr in der Garage hat mich noch nie im Stich gelassen. Der Akku war immer voll und vorgewärmt.
    Gruß
    Holger

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  2. Hallo Andreas,
    beim Laden kann man nur dann eine einpolige Schaltuhr verwenden, wenn sie die "heiße" Phase schaltet. Also - wie von Holger beschrieben - die Phase prüfen und die Schaltuhr ggf. in der Steckdose herumdrehen.
    Beim TWIKE (ohne die sog. Entladelogik) war es noch schlimmer: Die Elektronik hat Netzverbindung erkannt und schon mal die Taktung des Spannungsverdopplers hochgefahren. Hat aber nicht bemerkt, dass hinter dem 50-Hz-Flimmern keine Leistung abrufbar war. Wenn dann die Schaltuhr das Netz einschaltete, traf der Strom gleich mit voller Wucht den Thyristor und hat ihn durchgeschossen.

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